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Ohnmacht am Arbeitsplatz und wie Coaching wirklich hilft. Wenn Verantwortung, Erwartungen und Handlungsspielraum nicht mehr zusammenpassen.

8. Sept.
4 Min. Lesezeit

Es gibt Momente im Berufsleben, die man nicht vergisst. Nicht weil man etwas falsch gemacht hat, sondern weil man plötzlich für etwas verantwortlich gemacht wird, das nie in den eigenen Händen lag.


Weil jemand mit Nachdruck behauptet, man hätte versagt - obwohl die Entscheidungskompetenz strukturell woanders liegt. Weil man die Sitation zwar ruhig und sachlich erklärt aber merkt: Es kommt nicht an. Der andere hört nicht zu, er wertet!


Oder du sitzt in einer Runde. Feedback liegt auf dem Tisch - eigentlich ein konstruktives Format. Dann meldet sich jemand zu Wort. Was folgt, ist kein Austausch. Es ist ein Angriff. Persönlich. Direkt. Du schluckst, hältst die Fassung. Schaust dich um. Niemand sagt etwas. Auch die Führungsperson nicht. Und irgendwann kommen die Tränen. Nicht aus Schwäche. Sondern weil es einfach zu viel ist.


Du weisst in diesem Moment: Ich bin hier allein.

Solche Situationen entstehen nicht aus dem Nichts. Sie wachsen dort, wo Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung nicht klar geregelt sind. Wo Führungspersonen schweigen, weil sie selbst in einem Machtgefüge gefangen sind. Wo Feedback-Formate eingesetzt werden, ohne dass die nötige Kommunikationskultur dafür vorhanden ist. Manchmal entstehen solche Dynamiken auch dort, wo einzelne Personen viel Einfluss haben und andere sich zunehmend machtlos erleben.


Solche Situationen sind nicht immer ein persönliches Problem. Oft spielen auch Strukturen, Rollen und Dynamiken im Umfeld eine entscheidende Rolle.


Was passiert mit dir in solchen Situationen?

Viele Menschen, die in herausfordernden Arbeitssituationen stecken, erleben eine ähnliche innere Dynamik: Zuerst kommt die Fassungslosigkeit. Dann der Versuch, die Situation zu erklären - sich selbst und anderen. Und schliesslich schleicht sich eine Frage ein, die besonders zermürbend ist:


Liegt es vielleicht doch an mir?

Das ist eine typische Reaktion auf anhaltende Ungerechtigkeit oder Ohnmacht. Unser Gehirn sucht nach Kontrolle und wenn die Umgebung nicht steuerbar scheint, richtet es den Blick nach innen. Das Ergebnis: Selbstzweifel, Rückzug, manchmal der Gedanke ans Kündigen - nicht weil der Job nicht passt, sondern weil die Erschöpfung zu gross ist.


Was systemisch-lösungsorientiertes Coaching in dieser Situation leistet

Wenn jemand mit einer solchen Situation zu mir ins Coaching kommt, beginnen wir nicht damit, das Umfeld zu analysieren oder Schuldige zu benennen. Das wäre zwar verständlich aber es verändert nichts. Wir beginnen bei dir. Bei dem, was du trägst. Und bei dem, was du wirklich willst.


Den eigenen Standpunkt klären – jenseits der Verletzung

Bevor irgendeine Entscheidung getroffen wird, braucht es Klarheit: Was ist hier wirklich passiert und was interpretiere ich? Im Coaching unterscheiden wir sauber zwischen Beobachtung und Bewertung. Nicht als intellektuelle Übung, sondern weil diese Unterscheidung Handlungsspielraum zurückgibt. Wer verletzt wurde, sieht die Situation durch diese Linse - verständlicherweise. Doch Entscheidungen aus dem Schmerz heraus sind selten die tragfähigsten.


Das Umfeld verstehen und den eigenen Handlungsspielraum darin zurückgewinnen

Eine systemische Perspektive hilft, die Dynamik zu sehen, ohne darin zu versinken: Welche Strukturen ermöglichen dieses Verhalten? Welche unausgesprochenen Regeln gelten hier? Was sagen Schweigende über die Kultur aus? Wenn ich verstehe, dass eine Situation strukturell bedingt ist, dass zum Beispiel unklare Kompetenzverteilungen oder ein Machtgefüge das Verhalten anderer erklären, dann entlastet das. Es macht deutlich: Das hat wenig mit mir zu tun. Und trotzdem bin ich mittendrin. Dieses Verstehen ist kein Freibrief für das Verhalten anderer. Es ist ein Werkzeug für deine innere Stabilität.

Eine Frage, die dabei oft unterschätzt wird: Wie veränderungsbereit ist dieses System eigentlich und will oder kann es sich bewegen? Nicht jede Organisation ist in der Lage, auf Rückmeldung zu reagieren. Das zu erkennen ist keine Niederlage. Es ist eine wichtige Information für deine eigene Entscheidung: ob du dich engagierst, Grenzen setzt oder gehst.


Ressourcen reaktivieren – was trägt dich wirklich?

Menschen, die lange und mit Herzblut in einem Bereich gearbeitet haben, verfügen über Ressourcen: Fachwissen, Erfahrung, Beziehungen, eine Geschichte von Gelingen. Manchmal braucht es jemanden von aussen, der diese wieder sichtbar macht - gerade dann, wenn das Umfeld sie gerade nicht würdigt. Im Coaching fragen wir nicht nur: Was belastet dich? Sondern: Was hat dich bisher getragen und was davon ist noch da?


Optionen sehen, wo es nur noch eine zu geben scheint

Kündigen kann die richtige Entscheidung sein. Aber sie ist es dann wirklich, wenn sie aus Klarheit kommt - nicht aus Erschöpfung oder dem Gefühl, keine Wahl zu haben. Im Coaching erarbeiten wir gemeinsam: Welche Handlungsmöglichkeiten gibt es tatsächlich? Was braucht es, um intern eine Grenze zu setzen und wie könnte das aussehen? Wann ist ein Abgang die souveränste Antwort? Und: Was wäre der nächste kleine Schritt, der meinen Werten entspricht?


Coaching ist kein Zeichen von Schwäche - sondern von Klarheit

Es ist kein Versagen, in einer schwierigen Arbeitssituation Unterstützung zu suchen. Im Gegenteil: Wer sich Begleitung holt, übernimmt Verantwortung - für sich selbst, für seine Entscheidungen und für das, was als nächstes kommt. Systemisch-lösungsorientiertes Coaching schaut nicht, wer schuld ist. Es schaut, was möglich ist. Welche Stärken da sind. Welche Schritte realistisch und stimmig sind. Und was du brauchst, um aus einer Situation der Ohnmacht wieder in deine eigene Handlungsfähigkeit zu kommen. Das ist oft mehr, als man im Moment des Schmerzes sieht.


Was mich in dieser Arbeit bewegt

Ich begleite Menschen, die in solchen Momenten stehen - Menschen, die spüren, dass etwas nicht stimmt, und die herausfinden wollen, was ihr nächster Schritt ist. Nicht der richtige Schritt laut Ratgeber. Sondern der, der zu ihnen passt. Zu ihrer Situation, ihren Werten, ihrer Lebensrealität.


Coaching verändert nicht automatisch das Umfeld. Aber es kann verändern, wie du dich darin orientierst, welche Möglichkeiten du siehst und welche Entscheidungen du triffst.


Wenn dich dieser Text angesprochen hat - ob du selbst betroffen bist oder jemanden kennst, der es ist - dann freue ich mich über deine Nachricht. Du musst das nicht alleine durchdenken.


📞  +41 (0)78 440 42 44 

 
 
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